Vaginismus – was ist das und was hilft dagegen?

Vaginismus: Sie fühlen sich durch ihren Partner oder durch ihre Familie unter Druck gesetzt. Schon seit Jahren sind sie verheiratet oder in einer Beziehung und werden immer öfter darauf angesprochen, ob sie denn auch Kinder wollen oder warum sie keine haben. Ihre Eltern warten sehnsüchtig darauf, endlich Großeltern zu werden. Sie flüchten sich in Ausreden, weil die Vorstellung dass jemand von ihrem Unvermögen, Sex zu haben, erfahren könnte. Es ist ihr Geheimnis, nur ihr Partner und sie wissen davon!
Sogar die Gespräche unter Frauen sind oft für sie belastend. Schon ein Gespräch darüber, wer zu welcher Gynäkologin geht, welche Erfahrungen man mit Tampons oder Binden gemacht hat oder gar über sexuelle Erlebnisse, führt dazu, dass sie sich minderwertig fühlen.
Es passiert immer wieder, dass Paare die Behandlung wegen eines unerfüllten Kinderwunsches beginnen. Es wird intensiv untersucht, Laparoskopie und Spermiogramm werden gemacht und dann werden sie eher zufällig im Verlauf eines Gesprächs gefragt, ob sie denn überhaupt Geschlechtsverkehr haben. Es stellt sich dann heraus, dass dies nicht möglich ist.
Vaginismus – Scheidenkrampf ist eine sexuelle Funktionsstörung – eine unwillkürliche Verkrampfung oder Verspannung des Beckenbodens und des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur, wodurch der Scheideneingang eng oder wie verschlossen erscheint. Einführen von Tampons, Vaginalverkehr oder eine gynäkologische Untersuchung können dadurch sehr schmerzhaft oder sogar unmöglich sein.
Es gibt unterschiedliche Arten von Vaginismus:
Primärer Vaginismus besteht, wenn es niemals möglich war, etwas schmerzfrei in die Vagina einzuführen. Er wird meistens erst in der Pubertät oder Adoleszenz entdeckt, weil vorher kein diesbezüglicher Versuch unternommen wurde.
Sekundärer Vaginismus wurde durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst. Auslöser können schwere traumatische Erlebnisse, wie eine Vergewaltigung oder ein Geburtstrauma sein, aber auch eine unsanfte gynäkologische Untersuchung oder wiederholte Schmerzerlebnisse beim Geschlechtsverkehr.
Konsistenter Vaginismus tritt jedes Mal auf, wenn versucht wird, etwas in die Vagina einzuführen.
Globaler Vaginismus ist unabhängig von Umständen oder Partnern.
Situationsbedingter Vaginismus tritt nur unter bestimmten Umständen auf oder mit bestimmten Partnern, beispielsweise nur bei gynäkologischen Untersuchungen, während vaginaler Geschlechtsverkehr ohne Probleme möglich ist, oder andersherum.
Für Vaginismus ist die Angst vor Schmerzen bei vaginaler Penetration charakteristisch. Außerdem berichten Betroffene häufig von einem beeinträchtigten Selbstwertgefühl sowie Gefühlen der Minderwertigkeit und Wertlosigkeit in Bezug auf Sexualität.
Kulturelle und religiöse Faktoren können auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Vaginismus spielen. Beispielsweise eine sehr konservative Erziehung, wenn die Erkundung des eigenen Körpers und der Vagina mit Scham und großen Hemmungen verbunden ist.
Vaginismus kann seelische wie körperliche Ursache haben.
Sexualtherapeuten gehen davon aus, dass mindestens fünf Prozent aller Frauen von Vaginismus betroffen sind. Eine hohe Dunkelziffer wird aus Scham der Betroffenen gespeist, die niemandem davon erzählen.
Vaginismus Therapiemöglichkeiten:
Psychologische Behandlung und Desensibilisierung: Eine der gängigsten Verfahren bei der Behandlung von Vaginismus ist die Kombination von Verhaltenstherapie und der Behandlung mit Hegarstäben – Vaginaldilatoren. Hier wird die Frau im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung angeleitet, sich zu entspannen und Finger oder Stäbe mit verschiedenen Durchmessern in die Scheide einzuführen.
Spritzen von Botox. Das Nervengift soll die betroffene Region blockieren und die Verkrampfung der Muskeln verhindern. Die Erfahrungen mit dieser Methode reichen von: „überhaupt keine Wirkung“ über „kurzzeitige Wirkung“ bis zu Fällen, bei denen die Botox-Behandlung „positive Erfahrungen“ beim Eindringen in die Vagina bewirkt, was den Verschliessreflex langfristig auflösen konnte.
Operatives Durchtrennen des krampfenden Muskelgewebes. Hymen Inzisionen, Scheidendehnungen unter Narkose und sogar Vaginalschnitten sind weitere Möglichkeiten um mit Vaginismus umzugehen.
Da es beim Vaginismus um eine psychogene Abwehrreaktion handelt, sind somatische Behandlungsversuche nicht wirklich zielführend.
Wie wirkt Hypnosetherapie? Wir sprechen über ihre Problematik zur Erforschung der Ursachen. Meistens liegen diese in der Vergangenheit. Sie können bei der Erziehung entstanden sein, es kann ein negatives Erlebnis in der Kindheit sein, ein Trauma, die Prägung der Religion oder Glaubenssätze, die tief im ihren Unterbewusstsein verankert sind und teilweise seit Jahrzehnte wirken. In Anschluss werden mit der Hilfe der Hypnose die gefundenen Ursachen und Bilder bearbeitet. Ziel der Therapie ist es ihre Angst aufzulösen und befriedigende Sexualität oder Erfüllung von einem Kinderwunsch zu ermöglichen.

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